Könemann, quasi der reitende Hausherr auf der gastgebenden Reitanlage Holkenbrink, behielt recht. Gut, den Zwei-Sekunden-Vorsprung schaffte Felix Haßmann dann doch nicht ganz. Aber sein Sieg war nicht in Gefahr. Als Erster von 15 Teilnehmern im Stechen, legte er mit Wang Chung so etwas wie einen kontrollierten Husarenritt hin. Kürzester Weg, höchstes Tempo und ein Pferd, das keine Hindernisfehler machen möchte. „Er springt nicht sonderlich spektakulär, aber er lässt die Stangen lieber liegen, als sie zu berühren“, sagt Felix Haßmann.
Der 25-Jährige hält große Stücke auf den eher kleinen, sehr sportlichen Fuchs, den er seit knapp zwei Jahren unterm Sattel hat und mit dem er schon zahlreiche Erfolge in der internationalen Youngster Tour feiern konnte. So ist Felix Haßmann fest überzeugt: „Er hat auf jeden Fall das Potential für große Aufgaben.“ Und er hat einen sehr außergewöhnlichen Namen. „Aber ich habe keine Ahnung, was der Name bedeutet. Die einen sagen, das sei eine britische Pop-Gruppe, die anderen meinen, es ist einfach was Chinesisches“, lacht der junge Reiter aus Lienen. Vielleicht wird das Rätsel noch gelöst, wenn Wang Chung tatsächlich Karriere im großen Sport macht.
Haßmann möchte den achtjährigen Wallach jedenfalls an diese heranführen. Natürlich hätte er nichts dagegen, wenn sich dann auch in Zukunft die Konkurrenz die Zähne an seiner und Wang Chungs Zeit ausbeißt. Wie gestern. 26,78 Sekunden lautete Haßmanns Vorgabe. Erst die letzten drei Starter im Stechen kamen überhaupt annähernd an diese Zeit heran. Allen voran zwei gute Bekannte, die schon in der Halle Münsterland vor drei Wochen für Furore sorgten: Grit Schulze Wierling (ZRFV Altenberge) und Cover Girl. Nach 27,50 Sekunden blieb bei den beiden die Uhr stehen. „Ich hatte Felix zugeguckt, um mir den Stechparcours noch mal einzuprägen. Da wusste ich schon: Der Sieger steht fest“, erzählt die 26-Jährige. Ein Grund, die Sache ruhig anzugehen, war das aber für sie nicht. Schnell wollte sie sein - Platz zwei galt es zu erkämpfen. Der wurde es am Ende auch, denn weder Thomas Öhmann (RV Osterwick) mit La Ina noch Markus Renzel (RFV Alt Marl) mit Cornetta toppten ihre Zeit. Die beiden Herren am Schlusslicht des Stechens belegten die Plätze drei und vier vor Philipp Winkelhaus (RV Albachten) mit Colibri P auf Rang fünf.



